Julia Erdmann

Julia ist Architektin, Gründerin und Kreativkopf des Netzwerkes JES. Sie bringt Projekte mit den passenden Ideen und Menschen zusammen und wirkt als kreative Schnittstelle zwischen Eigentümern, Stadt, Architekten und späteren Nutzern.
 

Julia Erdmann wollte schon als Kind die Welt verändern: Die kargen Wände und lieblosen Räume ihrer Schule ließen in ihr den Wunsch aufkeimen, Gebäude menschlicher und Orte lebendiger zu gestalten. Aus der jahrelangen Erfahrung, dass viele Neubauten das räumliche und soziale Potential eines Ortes nicht richtig nutzen, gründete sie 2017 JES: Julia Erdmann Socialtecture.

Zuvor studierte sie Architektur und Stadtplanung an der HFBK in Hamburg und an der Columbia University in New York. Sie wirkte bis 2016 als Architektin und Mit-Geschäftsführerin bei Stephen Williams Associates in der Hansestadt. Bei dieser Zusammenarbeit entstanden zahlreiche Orte, die das Hamburger Stadtleben prägen: u. a. das 25Hours Hotel Hafencity, DesignXport, die Facebook-Headquarters sowie die Stadthöfe und weitere ‚Inclusive Places‘: Räume, die Menschen einbinden und zusammenbringen.

Julia Erdmann wurde mehrfach für ihren Umgang mit Räumen ausgezeichnet (u. a. mit dem BDA Preis, ULI Leadership Award, Red Dot Design Award, polis Award).

Um im Umfeld hochkomplexer urbaner Fragestellungen richtungsweisende Antworten für Stadtleben und Stadträume der Zukunft zu geben, gründete sie 2017 JES: Julia Erdmann Socialtecture und erfand einen Begriff für eine neue Art des Bauens, Denkens und Miteinanders: „Socialtecture“.

Es geht darum, sechs zentrale Gebiete in die Architektur miteinzubeziehen: das Wesen des Menschen (Anthropology) und des Zusammenlebens (Sociology); die Prozesse der Ideenentwicklung (Co-Creativity) und der -umsetzung (Responsibility). Außerdem die Fähigkeit, Räume zu entwerfen (Space-making) und Orte lebendig zu machen (Place-making).

Mit dieser Socialtecture-Expertise kümmert sich JES vor allem um Orte, die sich durch eine hohe Komplexität auszeichnen oder mitunter als schwierig betrachtet werden: Von der Gestaltung zukunftsfähiger Innenstädte über die Entwicklung von Quartieren und Campus-Konzepten bis zur Transformation ehemaliger Industriegebiete. Aktuelle Projekte sind zum Beispiel die Mitte Bremen, die Kiel Höfe, den Europahafenkopf Bremen, den Hammerbrooklyn Future Campus oder das Besucherzentrum DESY, Hamburg.