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Paul Claussen

Paul ist sowohl studierter Integrated Designer als auch ausgebildeter Boots- und Schiffbaumeister – eine Interdisziplinarität, die sich in all seinen Projekten wiederfinden lässt. Ebenso hands-on wie visionär. Bei JES entwickelt er neue Workshoptools und -formate und setzt sich intensiv mit den sozialen Prozessen auseinander.
 

Paul Claussen beschäftigt sich mit der Gestaltung zwischenmenschlicher Räume. 2012 reiste er auf dem Landweg von Berlin nach Shanghai, um zu erfahren, wie man interkulturelles Reisen unmittelbar und analog gestalten kann – statt 99% der Kultur über Langstreckenflüge zu überspringen. Als Integrated Designer und Schiffsbaumeister entwickelt er Reiseräume, Rennfahrzeuge, Ruheräume und interaktive Fahrradlenker. Für das Österreichische Parlament erarbeitete er neue Wege der Demokratievermittlung, in Japan half er Toshiba bei der Entwicklung eines Innovationsworkshops. Der Ausgleich zwischen Menschen und Maschine ist ihm dabei ein besonderes Anliegen.

 

Auch für JES feilt Paul an Prozessen und Formaten und erarbeitet besonders für die Ideenmeisterschaft neue Methoden aus. Mit seiner Expertise für sozial gestaltetes Design sowie Zeichnungs- und Präsentationsprogramme lotst er die Teilnehmer sicher durch das vielfältige Programm: integrativ, einfallsreich und immer hands-on!

 

Socialtecture geht für mich über die rein architektonische Gestaltung einer Stadt hinaus: Sie formt auch zwischenmenschliche Beziehungen und Interaktionen zwischen Mensch und Maschine. Der Fokus liegt dabei klar auf den Interessen der Nutzer – positiven wie negativen. Daher kann ein Ergebnis unserer Arbeit neben einem Gebäude auch ein digitaler Service oder ein klassisches Produkt sein, je nachdem was gebraucht wird. Ich verstehe daher beispielsweise auch Demokratie als Service: Sie betrifft und bewegt alle Bürger einer Stadt. Sie ist soziale Interaktion, die gemeinsam gestaltet werden kann und muss. So wie Socialtecture.

 

Was ist Deine Vision für die Gestaltung von Stadt?

Die Digitalisierung ist bereits allgegenwärtig, doch in den sozialen Strukturen der Städte muss sie ihren Platz noch finden. Sie gilt als Universalmittel, um all unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Doch, wenn man genau hinschaut, sind die Grundbedürfnisse unserer Gesellschaft schon lange gedeckt. Digitalisierung wird zu oft für unsozialen und überflüssigen Konsum genutzt.  Dabei wird oft außer Acht gelassen, dass der Mensch Ruhephasen und Rückzugsorte benötigt. Im Hype um digitale Produkte und Services wird vergessen, dass sich viele Probleme und Bedürfnisse auf einfache Weise lösen lassen. Ich sehe die Chancen für Gesellschaft und Stadt daher in einer zielorientierten Digitalisierung, die – wann immer sinnvoll – zunächst analogen und simplen Lösungen den Vortritt lässt.

 

Was ist für Dich das Besondere am co-kreativen Arbeiten mit JES?

JES ist wie ein Organismus aufgebaut, der seine Bereiche und Synapsen nach Bedarf nutzt und vernetzt. Das macht uns als Team leicht und aktiv. Jeder ist unterschiedlich – sowohl vom Charakter als auch der Ausbildung her. Wir glauben, dass gerade in dieser interdisziplinären Arbeit neue Problemlösungsansätze entstehen können. Wir verbinden uns, um Chancen bestmöglich zu erkennen und Innovationen schnellstmöglich umzusetzen. So lernen wir jeden Tag Neues und laufen nicht Gefahr, in ausgetretenen Pfaden zu verbleiben.