
Ein Denkmal für den Kiez
#Profil #Kernsanierung #Denkmalschutz #Nachbarschaft
Mitten im Herzen von Kiel, in der traditionsreichen Haßstraße, steht ein echtes Juwel der norddeutschen Backsteinarchitektur: der Zuckerspeicher. Das imposante, denkmalgeschützte Gebäude wurde im Jahr 1912 für die Firma W. Jacobsen errichtet und zählt heute zu den ältesten erhaltenen Speichern der Stadt. Seine Geschichte ist eng mit der Entwicklung Kiels verbunden: Die Haßstraße wurde bereits zur Gründung der Stadt im Jahr 1242 angelegt und ist somit ein lebendiges Zeugnis jahrhundertealter Stadtentwicklung.
Heute ist der Zuckerspeicher als offener, lebendiger Stadtbaustein neu erlebbar. Auf acht Etagen und rund 1.500 Quadratmetern ist mit viel Respekt vor der historischen Bausubstanz ein heller und zeitgemäßer Ort entstanden – mit flexiblen Flächen für Büros, Lofts, Ateliers und Gastronomie. Der einst geschlossen wirkende Speicher öffnet sich nun einladend zur Straße und in den Kehden-Küter-Kiez.

Eine zentrale architektonische Veränderung macht den Wandel besonders spürbar: Der frühere innenliegende Laderaum wurde wieder zum Stadtraum. Der Boden des Gehwegs setzt sich mit historischem Mauerwerk in der Passage fort, während ein markanter Lichtbogen am Ende der ehemaligen Kutschendurchfahrt den ursprünglichen Torbogen zitiert und Besucher:innen ins Gebäude führt.
Auch im Inneren verbindet das Gestaltungskonzept Vergangenheit und Gegenwart: Backstein, heller Zementboden und eine klare Struktur greifen den industriellen Charakter auf, während gezielte „zuckerige“ Farbakzente und Details moderne Kontraste setzen.
Mit dem italienischen Bistro „Verace“ ist der Zuckerspeicher zudem im Alltag des Viertels angekommen. Hier bieten Maggie Kosteczka und Andrea Silva Produkte aus kleinen Manufakturen, wechselnde Mittagsgerichte sowie Kaffee und Feinkost zum Verweilen oder Mitnehmen.

Entwickelt wurde der neue Zuckerspeicher vom inhabergeführten Projektentwickler upestate aus Hamburg, der sich auf die nachhaltige Revitalisierung historischer Immobilien spezialisiert hat. Gemeinsam mit lokalen Akteur:innen wurde das Gebäude neu gedacht – mit der Leitfrage: Wie wird aus einem Denkmal wieder ein echtes Stück Stadt? JES Socialtecture hat den Zuckerspeicher von der ersten Idee über die strategische Positionierung bis zum Bauantrag begleitet und mitgestaltet.
Weitere Informationen zu verfügbaren Flächen und Angeboten finden sich auf der Projektwebsite.








Ort: Kiel
Zeitraum: 2024/2025
Kunde: upestate Projektentwicklung GmbH
JES Socialtecture
Hammer Deich 26-34
20537 Hamburg
Fon: +49 40 46 00 60 66
Mail: moin@jes.place
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