7. Januar 2026

Rückblick: JES-Projekte 2025 – mit Socialtecture mitten im Stadtleben

Unsere Projekte haben uns im vergangenen Jahr in Innenstädte, Hafengebiete, Wohnquartiere und Schulen geführt, an Wasserstraßen und auf Industrieareale. Gemeinsam mit unseren Kund:innen und Partner:innen haben wir viele Projekte entwickelt, entworfen und gestaltet – mit Socialtecture (social life + tecture) als Prinzip und als gelebte Praxis.

Ein Überblick über das, was uns 2025 vorwiegend beschäftigt und bewegt hat:

Zukunftsbilder und Jahrhundertchancen von Innenstädten

In Bremen ging es um die Frage, wie Wissenschaft und studentisches Leben selbstverständlich zum Alltag der Innenstadt gehören können. Unsere Perspektivstudie für die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft im Rahmen des Programms "Zukunft im Zentrum", zeichnet ein visionäres und zugleich praktisches Bild der City als Ort für Transformation. Hier arbeiten Wissenschaft und Stadt mit Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gemeinsam an Lösungen für die großen Themen unserer Zeit – sichtbar, dauerhaft und mitten im Bremer Centrum.

Nach Abschluss der Studie sind wir der Stadt treu geblieben, denn Bremen hat in der Zwischenzeit die Brestadt als neue Stadtentwicklungs- und Realisierungsgesellschaft gegründet. Für das ehemalige Horten-Kaufhaus und das Parkhaus Mitte (jetzt: Bremer Hof) erarbeitet JES eine Entwicklungsstrategie mit klarem Zukunftsbild und tragfähigen Nutzungsideen. Das Gesamtareal ist ein Schlüsselstück der Bremer Innenstadt für Generationen – eine verantwortungsvolle Aufgabe für die Brestadt und unser Team.

In Papenburg stand der Hauptkanal als Rückgrat der Innenstadt im Fokus. Mit dem Team der papenburglocals haben wir verschiedene Beteiligungsformate entwickelt und durchgeführt. Dabei war der Name Programm! Schnack in the City" hat viele Menschen in großen Werkstätten und kleinen Workshops zusammen und ins Gespräch gebracht: Bürger:innen, Politiker.innen, Immobilieneigentümer:innen. Und die digitale Befragung mit weit über 1.500 Teilnehmenden war ein tolles Ergebnis für eine Stadt dieser Größe! Im nächsten Schritt entsteht auf der Grundlage aller Erkenntnisse ein konkretes Zukunftsbild und eine Ergänzung des städtebaulichen Rahmenplans, in der Wasser, Alltag und Stadtleben am Hauptkanal enger zusammenrücken.

„Schule in der Innenstadt – die Innenstadt als Schule“

Die JES-Idee des Waldorf College Hamburg als schulübergreifende Studienstufe in der Innenstadt haben wir vom ersten Moment an vorangetrieben und begleitet – vom Initialzündungs-Workshop 2022 über die Reihe „Ein Schuljahr in der Innenstadt“ im Programm „Verborgene Potenziale“ der Stadt Hamburg bis zur Zukunftswerkstatt im ehemaligen Gruner+Jahr-Gebäude. Ende 2025 folgte nun der große Schritt: Die Gründung der Waldorf College Hamburg eG, um einen eigenständigen, kooperativen Lernort in der Innenstadt zu gestalten – ein Bildungsort, der Lernen und Stadtleben verbindet und zeigt, wie Schule und Innensstadt gemeinsam wachsen können.

Gemeinwohl, Quartiere und Stadtgeschichte

Auf dem Theisen Areal in Duisburg haben wir für und zusammen mit der Montag Stiftung Urbane Räume nach dem Initialkapital-Prinzip eine gemeinwohlorientierte Entwicklungsstrategie für ein gemischtes Quartier aus Wohnen, Bildung, Bewegung und Handwerk erarbeitet. Neben dem Prozessdesign ging es um Nutzungskonzepte und den Umgang mit Gebäuden, unter anderem alten Werkshallen. 2025 wurde die Entwicklung von einem Fachdialog mit lokalen Stakeholdern und architektonischem wie inhaltlichem Sparring für Wohnen und Pionierhaus begleitet.

In Forst in der Lausitz ist ein neues Kapitel Stadtgeschichte sichtbar geworden: Das neue Forster. Museum für Textil- und Industriegeschichte Lausitz“, ein Nationales Projekt des Städtebaus, zieht in eine sanierte Textilfabrik ein. Gemeinsam mit unserer Partnerin minigram, Studio für Markendesign, haben wir in der Grenzregion das neue Haus mit Prozessgestaltung, deutsch-polnischen Workshops für Positionierung und Namensfindung, strategischer Markenentwicklung und Kommunikation intensiv begleitet.

Am Fischereihafen in Hamburg dauert es noch, bis das Projekt „Viertel am Fischereihafen“ realisiert wird. Der Bauplatz steht zwei Jahre lang für eine Zwischennutzung bereit. Dafür haben wir die HHLA Fischmarkt mit Mignon, der Altonaer Expertin für Zwischennutzungen, zusammengebracht. Sie soll ab Frühling 2026 dafür sorgen, dass das zukünftige neue Viertel schon bald spürbar ist: Die Freifläche wird zur Bühne für Stadtleben, als Vorgeschmack auf ein neues Stück Hamburg in Altona.

Zusammen sind wir weniger allein

In einem Jahr wie 2025, geprägt von Fragezeichen und Umbrüchen, haben wir erneut gesehen, welche Kraft darin liegt, Stadt gemeinsam zu denken und im Miteinander weiterzuentwickeln. Nicht in Silos, sondern als lebendiges Ganzes – im Zusammenspiel von Projekt- und Stadtentwicklung, von Stadträumen und Stadtleben, von Social Life und Architecture.

Wir freuen uns auf mehr Socialtecture in 2026 – auch im Rahmen der frisch gegründeten School of Socialtecture.

JES!

7. Juli 2025

Projekt-News: Studie „Wissenschaft im Bremer Centrum“

Im Auftrag der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft haben wir eine Studie erarbeitet, die aufzeigt, wie Wissenschaft und Hochschule(n) sinnvoll, sichtbar und dauerhaft im Bremer Centrum verankert werden können. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie kann die Innenstadt zu einem lebendigen „Zukunftslabor“ werden, in dem Bremen gemeinsam mit Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft Lösungen für die großen Herausforderungen unserer Zeit entwickelt? Dabei geht es nicht nur um einzelne Gebäude, sondern um ein neues Miteinander von Stadt und Wissenschaft – für nachhaltige Entwicklung, Innovation und gesellschaftliche Verantwortung.

Die Studie ist als Teil des Projektes „Wissenschaft im Centrum“ finanziert mit Mitteln des Bundesprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“. Die Studie kann hier heruntergeladen werden.

Was ist das Ziel?
Das Ziel ist, Bremen als Wissenschafts- und Innovationsstandort weiter zu stärken und die Innenstadt als offenen, vielfältigen Lern- und Lebensraum zu entwickeln. Die Studie schlägt vor, die Innenstadt wie einen Campus zu denken: mit Lernorten, studentischem Leben, innovativen Projekten, Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie neuen Formen der Beteiligung für Studierende und Bürger:innen.

Wie sieht der Weg aus?
Die Studie empfiehlt einen schrittweisen, flexiblen Entwicklungsprozess („Masterprozess“) statt eines Masterplans. So können vorhandene Gebäude und Flächen kreativ genutzt, neue Partnerschaften geschlossen und innovative Formate ausprobiert werden. Die Innenstadt wird zum Experimentierraum – für nachhaltige Stadtentwicklung, neue Lernformen und gesellschaftlichen Wandel.

Was sind die zentralen Themen?

Verbindung von Wissenschaft und Innenstadt: Beide Bereiche sollen enger kooperieren und gemeinsam Verantwortung für nachhaltige Entwicklung übernehmen.
Studentisches Leben: Studierende werden als Mitgestalter:innen der Innenstadt verstanden und aktiv eingebunden.
Wirtschaft und Innovation: Wissenschaft und Wirtschaft profitieren voneinander, neue Ideen und Start-ups werden gefördert.
Vielfalt der Lernorte: Lernen findet nicht nur in Hörsälen, sondern auch in Cafés, Parks, Co-Working-Spaces und öffentlichen Räumen statt.
Nutzung von Gebäuden: Leerstände und bestehende Gebäude werden flexibel für Wissenschaft, studentisches Leben und Gesellschaft genutzt.

Warum ist das für Bremen wichtig?

Die Innenstadt verändert sich. Die Studie zeigt, wie Wissenschaft und Stadtgesellschaft gemeinsam im Centrum Zukunft gestalten können: offen, kreativ, nachhaltig und für alle sichtbar.
Die Perspektivstudie liefert eine Vision und konkrete Handlungsempfehlungen, wie Bremen seine Innenstadt als Campus für alle entwickeln kann – als Ort des Wissens, der Innovation und des gesellschaftlichen Miteinanders.

Als JES-Team können wir mit diesem Projekt einen Beitrag zur zukunftsfähigen Stadtentwicklung und zur Stärkung des Bremer Centrums als Ort des Wissens, der Begegnung und des gesellschaftlichen Miteinanders leisten.

15. Mai 2025

Projekt-News: „Zucker bei die Fische“ in der Kieler Altstadt

In Kiel erwacht ein echtes Original zu neuem Leben: der Zuckerspeicher. Das denkmalgeschützte Backsteingebäude aus dem Jahr 1912, einst erbaut für die Firma W. Jacobsen, zählt zu den ältesten erhaltenen Speichern der Stadt und ist ein einzigartiges Zeugnis Kieler Stadtgeschichte. Die Haßstraße, in der der Zuckerspeicher steht, wurde bereits zur Gründung Kiels im Jahr 1242 angelegt!

Bis Herbst 2025 entstehen im Zuckerspeicher fast 1.500 m² kernsanierte Büro- und Gewerbeflächen, verteilt auf acht Etagen und bis zu elf flexibel gestaltbare Mieteinheiten ab 75 m². Verantwortlich für den "neuen" Zuckerspeicher ist upestate, ein inhabergeführtes Unternehmen für Projektentwicklung mit Sitz in Hamburg.

Wir haben mit JES Socialtecture diesen Ort in Kiel im Auftrag von upestate mitgestaltet – von der ersten Idee, über die strategische Positionierung bis zum Bauantrag.

Placemaking & Fokusgruppen

Um die zukünftige Nutzung des Zuckerspeichers bestmöglich auf den Standort und die Bedürfnisse der Stadtgesellschaft abzustimmen, wurden gezielt Schlüsselpersonen aus verschiedenen Kieler Szenen eingebunden.

Socialtecture-Strategie
Es entstand eine Entwicklungsstrategie, die sowohl inhaltliche (-social) als auch bauliche (-tecture) Aspekte berücksichtigt. Dazu zählen unter anderem die Analyse relevanter Nachbarschafts- und Branchenthemen, die Entwicklung möglicher Nutzungskonzepte, die Recherche potenzieller Mieter:innen und Communities sowie die Erarbeitung einer Roadmap für die nächsten Schritte.

Ausbau & Umbau
Mit JES Architecture haben wir das Interior Design Konzept entwickelt, waren verantwortlich für die Entwurfsplanung sowie den Bauantrag und das Erwirken der Genehmigung.

Corporate Design & Kommunikation
Gemeinsam mit der Kieler Grafikerin Malwe Brammsen ist zudem ein passendes Corporate Design entstanden. Dazu gehörten die Namensfindung, die Gestaltung von Logo, Farb- und Bildwelten sowie die Entwicklung einer passenden Tonalität für die Kommunikation.

Ort zum Arbeiten in Kiel gesucht? Wir hätte da was! Mail an moin@zuckerspeicher.com

10. März 2025

Projekt-News: Typisch Papenburger Stadtmitte –  ein Kilometer mit Charakter

2025 fängt gut an: Wir sind wieder im Emsland! Gemeinsam mit den papenburglocals, einer Tochter der Stadt Papenburg, kümmern wir uns um die Entwicklung der Stadtmitte. Diese hat eine Besonderheit, die nicht viele Städte haben: Sie zieht sich als Einkaufs- und Flaniermeile beidseitig über etwa einen Kilometer entlang eines Kanals.

Denn Papenburg wurde im 17. Jahrhundert als erste Fehnkolonie gegründet. Siedler haben gegen ein Stück Land am Hauptkanal ("Plaatzen") in harter Arbeit das Moor entwässert . Bis heute prägen Kanäle die Stadt und die Region, über Jahrhunderte entwickelte sich dort Schiffsbauindustrie. Papenburg ist daher unter anderem für die dort ansässige Meyer Werft bekannt.

Gestern, heute, morgen
Wie kann diese einzigartige Papenburger Stadtmitte aussehen – zwischen Tradition und Vision, zwischen Zukunftswunsch und Realitäten des ländlichen Raums?

Das erarbeiten wir im Laufe dieses Jahres mit dem Team der papenburglocals, mit Politik und Verwaltung, mit Stakeholder:innen, Akteur:innen, Bürger:innen. Den Auftakt mit Vertreter:innen der Fraktionen gab es im Kino in der Stadtmitte Ende Januar 2025.

Das Motto: Schnack in the City.
Der Kompass: Socialtecture.
Der Spirit: Einfach machen. 🚀

"Die Gemeinschaft als Keimzelle bleibt: papenburglocals sind wir alle, die (in) Papenburg leben, lieben, wohnen, arbeiten, besuchen. Und wir fangen gerade erst an, das Beste draus zu machen!"

papenburglocals.de

Großes Foto oben: Das Papenburger "Schnack in the City"-Team.

26. November 2024

Projekt-News: Lernorte entwickeln, die dem Prinzip Leben folgen

Wie können wir zukunftsfähige Bildung gestalten, die dem Leben dient? Diese Frage hat uns auch in 2024 wieder kontinuierlich in unseren Projekten begleitet. So sind wir seit über einem Jahr mit den Hamburger Waldorfschulen auf dem Weg, eine zentrale Oberstufe in der Innenstadt zu entwickeln. Was mit einem co-kreativen Workshop in einem leerstehende Kaufhaus als Initialzündung begann, mündet nun in einer prototypischen Phase. Das Ziel: gemeinsam mit der Schulgemeinschaft Möglichkeiten erkunden und erste Erfahrungen sammeln.

Jetzt feiern wir einen Meilenstein (#hurra): Das Projekt "Ein Schuljahr in der Innenstadt" ist im November 2024 für eine Förderung des Hamburger Programms "Verborgene Potenziale" mit der Hamburg Kreativ Gesellschaft ausgewählt worden. Im nächsten Sommer geht es los – dann wird die Innenstadt zum lebendigen Lernraum.

Lernen & Stadt: Erfahrungsaustausch in München

Um die Verzahnung von Lernraum und Stadtraum ging es auch in einem Vortrag von Julia Erdmann Ende Oktober beim 3. Netzwerktreffen der Community of Practice zu zukunftsorientierten Lernräumen. Dort hat die JES-Gründerin unter anderem beleuchtet, wie wir Schule und Stadt als Teile eines Ökosystems betrachten können. Die Community of Practice ist eine Initiative des Stifterverbands und der Dieter Schwarz Stiftung.

School Hacks: Unkomplizierte räumliche Lösungen

Kürzlich abgeschlossen haben wir ein Projekt für den Stifterverband. Entstanden ist ein Online-Tool mit zahlreichen School Hacks, die Lehrkräfte und Schüler:innen dabei unterstützen, Lernräume auch ohne große bauliche Eingriffe bedürfnisorientierter zu gestalten.

Schulbau: Lernräume mit Socialtecture

Und zu guter Letzt: Bei der diesjährigen SCHULBAU in Berlin (27. und 28. November) moderierte JES-Partnerin Indra Musiol den Auftakt und stellte an Tag 2 in einem Vortrag den Socialtecture-Kompass anhand konkreter Beispiele vor. Sie zeigte auf, wie sich Lernorte mit den 9 Principles of Life denken, entwerfen und machen lassen. Ein ausgewähltes Prinzip wurde gemeinsam in einem kurzweiligen Workshop vertieft.

Mehr über Socialtecture und die Principles of Life gibt es übrigens im aktuellen SCHULBAU-Magazin.

Stadt, Leben, Lernen – das geht wunderbar zusammen. Wir freuen uns auf mehr in 2025.

Foto Titel: Andreas Gebert


JES Socialtecture

Hammer Deich 26-34
20537 Hamburg
Fon: +49 40 46 00 60 66
Mail: moin@jes.place

 

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