Unsere Projekte haben uns im vergangenen Jahr in Innenstädte, Hafengebiete, Wohnquartiere und Schulen geführt, an Wasserstraßen und auf Industrieareale. Gemeinsam mit unseren Kund:innen und Partner:innen haben wir viele Projekte entwickelt, entworfen und gestaltet – mit Socialtecture (social life + tecture) als Prinzip und als gelebte Praxis.

Ein Überblick über das, was uns 2025 vorwiegend beschäftigt und bewegt hat:

Zukunftsbilder und Jahrhundertchancen von Innenstädten

In Bremen ging es um die Frage, wie Wissenschaft und studentisches Leben selbstverständlich zum Alltag der Innenstadt gehören können. Unsere Perspektivstudie für die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft im Rahmen des Programms "Zukunft im Zentrum", zeichnet ein visionäres und zugleich praktisches Bild der City als Ort für Transformation. Hier arbeiten Wissenschaft und Stadt mit Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gemeinsam an Lösungen für die großen Themen unserer Zeit – sichtbar, dauerhaft und mitten im Bremer Centrum.

Nach Abschluss der Studie sind wir der Stadt treu geblieben, denn Bremen hat in der Zwischenzeit die Brestadt als neue Stadtentwicklungs- und Realisierungsgesellschaft gegründet. Für das ehemalige Horten-Kaufhaus und das Parkhaus Mitte (jetzt: Bremer Hof) erarbeitet JES eine Entwicklungsstrategie mit klarem Zukunftsbild und tragfähigen Nutzungsideen. Das Gesamtareal ist ein Schlüsselstück der Bremer Innenstadt für Generationen – eine verantwortungsvolle Aufgabe für die Brestadt und unser Team.

In Papenburg stand der Hauptkanal als Rückgrat der Innenstadt im Fokus. Mit dem Team der papenburglocals haben wir verschiedene Beteiligungsformate entwickelt und durchgeführt. Dabei war der Name Programm! Schnack in the City" hat viele Menschen in großen Werkstätten und kleinen Workshops zusammen und ins Gespräch gebracht: Bürger:innen, Politiker.innen, Immobilieneigentümer:innen. Und die digitale Befragung mit weit über 1.500 Teilnehmenden war ein tolles Ergebnis für eine Stadt dieser Größe! Im nächsten Schritt entsteht auf der Grundlage aller Erkenntnisse ein konkretes Zukunftsbild und eine Ergänzung des städtebaulichen Rahmenplans, in der Wasser, Alltag und Stadtleben am Hauptkanal enger zusammenrücken.

„Schule in der Innenstadt – die Innenstadt als Schule“

Die JES-Idee des Waldorf College Hamburg als schulübergreifende Studienstufe in der Innenstadt haben wir vom ersten Moment an vorangetrieben und begleitet – vom Initialzündungs-Workshop 2022 über die Reihe „Ein Schuljahr in der Innenstadt“ im Programm „Verborgene Potenziale“ der Stadt Hamburg bis zur Zukunftswerkstatt im ehemaligen Gruner+Jahr-Gebäude. Ende 2025 folgte nun der große Schritt: Die Gründung der Waldorf College Hamburg eG, um einen eigenständigen, kooperativen Lernort in der Innenstadt zu gestalten – ein Bildungsort, der Lernen und Stadtleben verbindet und zeigt, wie Schule und Innensstadt gemeinsam wachsen können.

Gemeinwohl, Quartiere und Stadtgeschichte

Auf dem Theisen Areal in Duisburg haben wir für und zusammen mit der Montag Stiftung Urbane Räume nach dem Initialkapital-Prinzip eine gemeinwohlorientierte Entwicklungsstrategie für ein gemischtes Quartier aus Wohnen, Bildung, Bewegung und Handwerk erarbeitet. Neben dem Prozessdesign ging es um Nutzungskonzepte und den Umgang mit Gebäuden, unter anderem alten Werkshallen. 2025 wurde die Entwicklung von einem Fachdialog mit lokalen Stakeholdern und architektonischem wie inhaltlichem Sparring für Wohnen und Pionierhaus begleitet.

In Forst in der Lausitz ist ein neues Kapitel Stadtgeschichte sichtbar geworden: Das neue Forster. Museum für Textil- und Industriegeschichte Lausitz“, ein Nationales Projekt des Städtebaus, zieht in eine sanierte Textilfabrik ein. Gemeinsam mit unserer Partnerin minigram, Studio für Markendesign, haben wir in der Grenzregion das neue Haus mit Prozessgestaltung, deutsch-polnischen Workshops für Positionierung und Namensfindung, strategischer Markenentwicklung und Kommunikation intensiv begleitet.

Am Fischereihafen in Hamburg dauert es noch, bis das Projekt „Viertel am Fischereihafen“ realisiert wird. Der Bauplatz steht zwei Jahre lang für eine Zwischennutzung bereit. Dafür haben wir die HHLA Fischmarkt mit Mignon, der Altonaer Expertin für Zwischennutzungen, zusammengebracht. Sie soll ab Frühling 2026 dafür sorgen, dass das zukünftige neue Viertel schon bald spürbar ist: Die Freifläche wird zur Bühne für Stadtleben, als Vorgeschmack auf ein neues Stück Hamburg in Altona.

Zusammen sind wir weniger allein

In einem Jahr wie 2025, geprägt von Fragezeichen und Umbrüchen, haben wir erneut gesehen, welche Kraft darin liegt, Stadt gemeinsam zu denken und im Miteinander weiterzuentwickeln. Nicht in Silos, sondern als lebendiges Ganzes – im Zusammenspiel von Projekt- und Stadtentwicklung, von Stadträumen und Stadtleben, von Social Life und Architecture.

Wir freuen uns auf mehr Socialtecture in 2026 – auch im Rahmen der frisch gegründeten School of Socialtecture.

JES!