Der Zuckerspeicher in der Kieler Altstadt ist eröffnet. Und wie! Auf acht Etagen und rund 1.500 Quadratmetern ist mit viel Respekt vor der vorhandenen Bausubstanz ein heller und zeitgemäßer Ort entstanden. Der einst geschlossen wirkende Speicher öffnet sich jetzt mit einer einladenden Geste zur Straße und zum Kehden-Küter-Kiez.

Aus Innenraum wird Stadtraum
Durch eine entscheidende Veränderung direkt am Eingang ist aus dem früher innenliegenden Laderaum wieder Stadtraum entstanden. So führt der Boden des Gehwegs jetzt mit altem Mauerwerk als Pflaster direkt weiter in die Passage, die selbstbewusst neu gefliest wurde. Als markantes Element am Ende der ehemaligen Kutschendurchfahrt spannt sich ein Lichtbogen, der den früheren Torbogen symbolisiert und einen förmlich in das Haus zieht.

Das Gestaltungsprinzip für das Innenleben steckt schon im Namen des Gebäudes: "Zuckerspeicher". Mit Backstein, hellem Zementboden und klarer Struktur bleibt dieser robust und mit historischem Wiedererkennungswert. Im Kontrast dazu stehen die „zuckerigen“ Statements durch Farben und Details unter dem Motto "Wenn schon, denn schon!".

Rechts der Laderaum vor der Sanierung. Links die Visualisierung der umgesetzten Idee mit Lichtbogen und gefliester Passage sowie Zugang zum Bistro.


Italien für den ganzen Kiez
Nach dem Betreten geht es links direkt in das italienische Bistro "Verace", das durch eine neu geschaffene Treppe möglich wurde. Dort haben sich Maggie Kosteczka und Andrea Silva einen Traum verwirklicht – mit Produkten aus kleinen, familiengeführten Manufakturen, wechselndem Mittagstisch, Kaffee und Feinkost zum Dableiben oder Mitnehmen. Damit ist der Zuckerspeicher auch im kulinarischen Alltagsleben des Kehden-Küter-Kiezes  angekommen.

Upestate x JES = Alten Speicher als Stadtbaustein denken
Entwickelt hat den "neuen" Zuckerspeicher der inhabergeführte Projektentwickler upestate aus Hamburg. Menschen wie Friedrich Bengelsdorf, Rolf Walzel und Gunnar Zachariassen haben den Ort gemeinsam mit Kieler Akteur:innen weitergedacht. Mit JES Socialtecture waren wir von der ersten Idee über die strategische Positionierung bis zum Bauantrag mit der zentralen Frage an Bord: "Wie wird aus einem Denkmal wieder ein echtes Stück Stadt?".

Wer in Kiel auf der Suche nach Flächen für Büros, Lofts, Ateliers oder Gastronomie ist, wer gerne italienisch isst oder einfach mal vorbeikommen möchte: Weitere Infos zum Zuckerspeicher gibt es hier.

Gunnar Zachariassen, Friedrich Bengelsdorf, Rolf Walzel (v.l.n.r.) bei der Eröffnung des Zuckerspeichers im Juni 2026.

Fotos: Marc Hohner